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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Null-Leitzins ausgerufen. Was heißt das eigentlich? Wie wirken sich Zinsen auf uns alle aus? Eine kleine Serie zum Thema Geld…

VII: In Zeiten niedriger Zinsen – jetzt verschulden?

Prinzipiell ja, denn der Zinssatz macht natürlich einen gewaltigen Unterschied aus. Beispiel Immobilienkredit:  Wer ein Darlehen über 200.000 Euro zu einem Zinssatz von 8 Prozent aufnimmt und in den ersten zehn Jahren 100.000 Euro davon zurückbezahlt, muss allein in diesem Zeitraum schon 125.000 Euro Zinsen bezahlen. Bei einem jährlichen Zinssatz von 2 Prozent dagegen liegen die Zinskosten nur bei 30.000 Euro. Das ist der Hauptgrund dafür, dass Immobilienkäufe derzeit so beliebt sind.

Ganz so einfach…

…ist es allerdings nicht. Denn weil die Zinsen so niedrig sind und die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern zumindest in Ballungsgebieten extrem gestiegen ist, haben sich auch die Preise der Immobilien in diesen Lagen entsprechend erhöht. Das relativiert das Zinsschnäppchen zumindest.

Deutlich günstiger…

…ist die Lage für Staaten, zumindest dann, wenn sie als vertrauenswürdige Kreditnehmer gelten. Deutschland etwa kann sich seit einiger Zeit fast zum Nulltarif verschulden. Für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit muss der Bund weniger als ein Prozent Zinsen bieten, für Schuldpapiere mit Laufzeiten von zwei oder fünf Jahren sind mitunter gar keine Zinsen fällig. Das spart dem deutschen Staat jedes Jahr viele Milliarden Euro – und ist ein wichtiger Grund dafür, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble mit seinem Haushalt so gut da steht und eine schwarze Null verkünden kann.

Einige Ökonomen sind der Meinung, dass das mit der schwarzen Null gar keine so gute Idee ist. Denn es bedeutet ja, die Schulden nicht zu erhöhen. Neue Kredite werden also nur aufgenommen, wenn alte Anleihen auslaufen. Dabei, so die Argumentation der Ökonomen, wäre die Gelegenheit für neue Kredite so günstig wie nie – eben weil die Zinsen so niedrig sind.

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