Wirecard Kreditkarten

Lange wurde in den Medien spekuliert – nun ist klar: Der Zahlungsdienstleister Wirecard sitzt tief im Bilanzskandal. Das Münchner Unternehmen ist praktisch zahlungsunfähig und hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Kannst Du als Kunde nun Dein Geld auf den Prepaid-Kreditkarten von Wirecard verlieren?

Nicht nur für Aktieninhaber von Wirecard ist die Insolvenz des einstigen Fintech-Giganten eine Katastrophe. Auch Kunden von Prepaid-Kreditkarten könnten tatsächlich Geld verlieren. Das geht aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Anbieter hervor. Grund: Wirecard-Karten selbst sind für viele Verbraucher nur sehr schwer zu erkennen.

Unterdessen scheinen bereits Kundenkonten von Boon, Boon Planet oder Bankomo eingefroren worden zu sein. Erste Kunden haben offenbar Probleme sich einzuloggen. Wann Kunden wieder an ihr Geld kommen oder ob es sich um einen technischen Fehler handelt, ist Medienberichten zufolge offenbar unklar.

Wirecard Kreditkarten: Warum geht anmelden bei Boon nicht?

Klar ist mittlerweile: Der überschuldete Dax-Konzern Wirecard will die konzerneigene Bank vom angekündigten Insolvenzantrag ausnehmen. Die Bank ist offenbar nicht Teil des Insolvenzverfahrens der Wirecard AG, so der Konzernvorstand in einer Mitteilung.

„Die BaFin hat für die Wirecard Bank AG bereits einen Sonderbeauftragten eingesetzt. Demnach werde die Wirecard-Bank organisatorisch und finanziell vom Mutterkonzern abgekoppelt: Die Freigabeprozesse für alle Zahlungen der Bank werden zukünftig ausschließlich innerhalb der Bank und nicht mehr auf Gruppenebene liegen.“

Wirecard Kreditkarten: Was ist mit der Kreditkarte Curve?

Die Multi-Mastercard Curve, die von der Wirecard Card Solutions Limited – einer weiteren Wirecard-Tochter – herausgegeben wird, kann derzeit nicht genutzt werden. Das betrifft auch alle damit verbundenen Transaktionen – etwa falls die Karte mit Apple Pay verknüpft ist. Curve begründet diesen Schritt damit, dass die britische Financial Conduct Authority der Wirecard Solutions Limited die Genehmigung zum Betrieb entzogen habe. Curve erklärte weiter, die Karten seien demnächst wieder einsatzbereit, das könne jedoch ein paar Tage dauern. Das Geld der Kunden und die Kartendaten seien sicher und geschützt.


Quelle: WELT Nachrichtensender / YouTube

Wirecard Kreditkarten: Was muss Du jetzt als Kreditkarten-Kunde beachten?

Grundsätzlich gilt: Wenn Du eine Kreditkarte direkt von Wirecard besitzt, muss Du Dir keine Sorgen machen. Laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wird im Falle einer Insolvenz das Guthaben „im gewissen Umfang“ durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Auch der Bundesverband deutscher Banken gibt hier Entwarnung.

Für einen Großteil der Privatkunden würde eine Insolvenz also insgesamt keine Folge haben. Ein kleiner Teil bleibt dennoch auf den Kosten sitzen.

Wirecard Kreditkarten: Warum solltest Du die Allgemeinen Geschäftsbedingungen prüfen?

Für Kunden ist oft nicht erkennbar, ob Wirecard hinter ihrer Prepaid-Kreditkarte steckt oder nicht. Lediglich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Verträge taucht Wirecard namentlich auf.

Und was dort in den Verträgen steht, könnte im Rahmen des Insolvenzverfahrens nun wichtig sein. Wie das Finanz- und Börsenmagazin „Wirtschaftswoche“ berichtete, könnten Kunden im schlimmsten Fall tatsächlich Geld verlieren.

Dabei geht es vor allem um die Frage, wo das Geld für die Prepaid-Kreditkarten des Kunden lagert. Parkt das Geld bei einer Bank oder bei den beiden Treuhändern Visa und Mastercard? Dann gibt es kaum Probleme.

Anders sieht es dagegen aus, wenn die Geschäfte ohne Bank und Treuhänder ablaufen und nicht vor einer Insolvenz geschützt sind. Solch ein Konzept bietet Wirecard etwa über die Tochterfirma Wirecard Solutions an. Unter den deutschsprachigen Anbietern, die darauf zurückgreifen, sind auch EPay Cards, Blue Cards oder auch die International Student Identity Card (ISIC) mit der Travel Cash Flex Prepaid. All diese Karten sind weiterhin online bestellbar, obwohl ein Wirecard-Insolvenzverfahren vorliegt.

Laut den Geschäftsbedingungen können im Falle einer Insolvenz Gelder „wertlos und unbenutzbar werden. Weitere Hinweise findest Du auch hier und hier.

Wirecard Kreditkarten

Modell Wirecard Kreditkarten: Wie verdienen die Münchener eigentlich ihr Geld?

Das Geschäftsmodell von Wirecard ist lukrativ. Der Anbieter gibt Prepaid-Kreditkarten im Namen von bekannten Banken, Supermärkten oder anderen Anbietern heraus.

Kunden zahlen auf diese Karten Geld ein und können diese dann wie normale Kreditkarten verwenden. Der Vorteil für Verbraucher ist, dass sie nur so viel Geld ausgeben können, wie letztendlich auf der Karte eingezahlt wird.

Wirecard verdient mit seinen Prepaid-Karten Geld. Einerseits übernimmt das Münchner Unternehmen die Zahlungsabwicklung für die Banken, Treuhänder oder Finanzfirmen und kümmert sich insgesamt um die technischen Details. Für jeden Einsatz der Karte bekommt Wirecard Geld überwiesen. In der EU liegt der Preis für den Einsatz von Kreditkarten zum Beispiel bei 0,3 Prozent und beim Einsatz von EC-Karten bei 0,2 Prozent des Zahlungsbetrags.

Zusätzlich verdient Wirecard auch mit den Händlern. Sie müssen für die Abwicklung und den Service ebenfalls Geld bezahlen. Dabei jagt Wirecard das Geld in der Regel durch die Netze von Visa und Mastercard, die als Treuhänder agieren. Über ein eigenes Zahlungsnetzwerk verfügt Wirecard nicht. Händler geben die Kosten in der Regel an die Verbraucher weiter. Sie liegen zwischen fünf und 12 Prozent der Kaufsumme.

Wirecard Kreditkarten: Wie kam es zur Insolvenz von Wirecard?

Die britische Zeitung „Financial Times“ (FT) hat die mutmaßlichen Manipulationen von Wirecard in Asien aufgedeckt. Im Oktober 2019 berichtete sie über den Verdacht, dass das dortige Drittpartnergeschäft erfunden sein könnte. Denn nahezu der gesamte vermeintliche Wirecard-Gewinn stammte aus dem Geschäft mit drei Partnern: Einer Firma namens Al Alam aus Dubai, Pay Easy Solutions aus Manila und Senjo in Singapur. Diese Firmen erwecken den Eindruck, Scheinfirmen zu sein.
In der Folge deckte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG Ungereimtheiten auf und stellte im April fest, dass die Existenz gut einer Milliarde Euro nicht nachgewiesen sei. Letztendlich kam die Prüfungsgesellschaft EY bei der Bilanzprüfung 2019 zur Einschätzung, dass es sich um kriminelle Manipulationen handelt, und gab den Hinweis an die Behörden.

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