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Die Angst vor einer Rezession geht um und schickt die Börsen auf Talfahrt. Schlimm? Nein! So verhalten sich Investoren und das sollten Privatanleger fürs Depot jetzt wissen.

Der August könnte sich als schlechtester Börsenmonat im laufenden Jahr entpuppen. Sowohl die großen US-Indizes als auch der DAX gingen deutlich in die Knie – da helfen auch der ein oder andere Erholungstag zwischendurch wenig.

Viele Störfeuer – nichts für schwache Anlegernerven

Sowohl Investoren als auch private Anleger beunruhigt dies zusehends. Kein Wunder, schließlich hatten und haben sie derzeit einiges zu ertragen: Das permanente Hin und Her im Handelsstreit zwischen den USA und China macht hellhörig, die Regierungskrise in Italien sowie das Brexit-Chaos nervt zusehends. Hinzu kommen Proteste in Hongkong, schlechte Konjunkturindikatoren und sinkende Unternehmensgewinne. Und die Zinskurve in den USA – auch diese erfüllt so manchen Anleger mit Sorge.

Dank Trump – Zinsen in den USA auf dem Prüfstand

Über dem Teich ist die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erstmals seit 2007 unter denen zweijähriger Anleihen gefallen. Die Vergangenheit lehrt: Inverse Zinskurven sind nicht selten ein Vorbote drohender Rezession. Anleger rechnen hier langfristig mit noch geringerem Wachstum und infolge mit noch tieferen Zinsen.

Hohe Börsenstände sorgen für Entspannung – noch

Der derzeitige Einbruch an den Börsen kommt also von einem hohen Niveau. Auch wenn es schon im Mai deutliche Rückschläge gab, die Aktienmärkte haben sich bis Ende Juli fulminant entwickelt – noch Ende Juli markierten die US-Börsen neue Rekordhochs. Das beruhigt Anleger bisweilen.

Dennoch trauen viele Investoren dieser Rally nicht. Aus gutem Grund: Denn die Börsen sind in der Vergangenheit der wirtschaftlichen Entwicklung zu weit vorausgelaufen – vielen dämmert dies zumindest im Hinterkopf. Viele zuvor ausgeblendete Risikofaktoren kehren nun schlagartig ins Bewusstsein der Investoren und die Märkte befinden sich seit einiger Zeit quasi in einem wichtigen Verdauungsprozess – eingepreist nennt sich dies im Börsenjargon.

Trotz Niedrigzinsen – was tun in unsicheren Zeiten?

Fakt ist: Trotz Niedrigzinsumfeld und Mangel an besseren Anlagemöglichkeiten verlieren Aktien zunehmend an Attraktivität. Dies könnte so lange der Fall sein, wie die monatlich prognostizierten Wirtschaftsdaten nicht wieder ins Positive drehen. Gerade in den USA könnten Aktientitel weiter nachgeben – hier waren die Gewinnprognosen der Finanzfirmen besonders euphorisch.

Was also tun in turbulenter Zeit? Professionelle Asset-Manager haben die Risiken in ihren Portfolios längst gesenkt. Sie meiden Aktien aus konjunkturabhängigen Sektoren wie Auto oder Maschinenbau und setzen auf weniger exportabhängige Konsumgüter- und Pharmafirmen. Auch sichere Häfen stehen wieder höher im Kurs, beispielsweise europäische und US-Staatsanleihen und Firmenbonds. Sie funktionieren wieder als Absicherung gegen Aktienrisiken trotz Negativrenditen.

Panik als schlechter Ratgeber – keine Alternativen in Zeiten niedriger Zinsen

In Panik müssen allerdings private Anleger nicht verfallen. Schließlich ist in den aktuell tieferen Kursen durchaus bereits viel Risiko abgefedert worden. Zwar wäre auch in Deutschland eine Rezession keine Überraschung, drastische Einbrüche der Wirtschaft sind jedoch nicht zu befürchten.

Aktienquote reduzieren, freies Vermögen liquide halten und die Entwicklung der Märkte gelassen abwarten. In einer Zeit quasi ohne Zinsen gibt es auch für ambitionierte Privatsparer keine wirkliche Alternative zu Aktien oder Fonds

Die Maxime lautet Differenzierung in sichere Aktien für unsichere Zeiten umsteigen: Etwa Titel, die von niedrigen Zinsen profitierten. Oder in konjunktursensible Werte, deren Kurs bereits stark gebeutelt wurde und eine Einstiegsgelegenheit auf niedrigem Niveau bieten. Als Krisenwährung im Portfolio gelten zudem Gold und nachrangige Firmenanleihen.

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