Hội An

Als Reiseziel ist Vietnam nicht immer einfach, aber mit Sicherheit lohnenswert. Auf meiner Rundreise durch diesen faszinierenden Küstenstaat in Südostasien komme ich auch nach Hội An – direkt am Meer gelegen, in der Provinz Quảng Nam.

Von Sandra-Kerstin Kahl

Zwei Tage will ich mir Zeit nehmen für diese Küstenstadt in Zentralvietnam, in der rund 75.000 Einwohnern leben. Schon die Fahrt hierher ist allerdings etwas kompliziert. Ich komme mit dem Nachtzug aus Nha Thrang nach langen 11 Stunden Fahrt morgens um 8.30 Uhr am Bahnhof von Da Nang an. Von hier aus muss man noch eine halbe Stunde mit dem öffentlichen Bus fahren, um nach Hội An zur Busstation gelangen. Mit dem Moped-Taxi geht es im Nieselregen dann weiter zum Hotel. Die liegt auf der kleinen vorgelagerten Insel, über halb der Brücke Cau An Hoi.

Ich bin begeistert! Was für eine wunderschöne kleine Stadt. Kein Wunder, dass Hội auch das Venedig Vietnams genannt wird. Obwohl ich sehr müde bin – im Nachtzug mit 45 Jungmatrosen im Großraumabteil war kaum Möglichkeit, ein Auge zuzutun –, ist an Schlaf vorerst nicht zu denken.

Golden River – 15 Euro, Pool und Suppe

In meinem Hotel Golden River – gebucht über Agoda –, bekomme ich erstmal ein schönes, großes Doppelzimmer. 15 Euro die Nacht kostet es, Poolbenutzung inklusive. Da kann man nicht meckern!

Da ich Hunger habe und das Hotel kein Restaurant besitzt, werde ich einfach an der Hand genommen und bei den Hotelbesitzern an den Tisch in der Küche gesetzt. Freundliche erwartungsvolle Gesichter strahlen mir entgegen. Es gibt Pho-Bo Suppe und Glücksrollen. Klassische vietnamesische Küche, in familiärer Atmosphäre! Unheimlich gut!

Danach miete ich mir für einen Dollar pro Tag gegenüber am Kiosk ein Fahrrad. Ein etwas rostiges Gefährt und mit quietschenden Reifen. Dennoch beginne ich meine Erkundungstour.

Malerisch, am Quai entlang…

… über den Fluss, durch die kleinen alten Gassen geht die Fahrt. Die heutige Altstadt von Hội An ist die einzige Vietnams, die im Vietnam-Krieg 1955-75 nicht zerstört wurde. Auch wenn es touristisch ist, an Romantik ist Hội An dennoch kaum zu übertreffen. Die mit Lampions dekorierten Straßen, die kleinen Häuser im Kolonialstil mit Dachterrassen am Ufer des Flusses Thu Bon. Kleine bunte Fischerboote treiben still vorbei….

Hội An - Häuser

Hội An hatte einst den größten Hafen in Südostasien, Spuren aus der französischen Kolonialzeit sind noch überall zu finden. Es gibt einige historische (Lang-) Häuser zu besichtigen – darunter auch eine alte Apotheke –, die japanische Brücke, der Quan Công Miếu (Tempel von Quan Công), drei chinesische Versammlungshallen und sehr viel Kunsthandwerk. Hội An hat es mir angetan…. ob an den 4 km entfernten Strand Bai Bien Cua Dai Beach am südchinesische Meer zu radeln, frischen Fisch, Meeresfrüchte und Sonne genießen oder eine Einkaufstour zu starten: Es bleibt kaum genug Zeit.

Schuhe, Röcke, Abendkleid – Handwerk vom feinsten

 

Hội An - Seide

Hội An ist auch die Stadt der Handwerker. Ob kunstvolle Seidenlampions, Schneidereien für Anzüge, Kleider, Röcke oder Mäntel, Schuhmacher und Täschner – oder Silberschmuck. Man bekommt hier gute Qualität und Können für wenig Geld. Und hat die Qual der Wahl: Lederjacke, Abendkleid, Anzug oder maßgefertigte Schuhe?

Und immer wieder Lampions

Abends schlendere ich über den Cho Dem-Nightmarket. Wieder gibt es viel zu sehen: Eingearbeitete Klapp-Postkarten oder Lack-und Holzwaren, Schmuck, Taschen und natürlich wieder Lampions , Lampions, Lampions . Ein Paradies für Souvenier-Jäger. Zufällig treffe ich auch eine Reisebekannte aus Saigon wieder. Cindy, gebürtige Brasilianerin. Wir verabreden uns auf einen Drink.

Hội An - Lampions

Nach einem guten Essen in einem der schönen Restaurants am Fluss und einem letzten Drink auf dem „Floating Boat“ gehen zwei wunderschöne Tage zu Ende. Aber warum eigentlich?

Spontan beschließe ich- ich bleibe noch in Hội An – 1, 2 oder 3 Tage! Und werde noch einen vietnamesischen Kochkurs besuchen…

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