Die Briten steigen aus, bye-bye EU. Das bedeutet der Brexit für die das Königreich – und für ganz Europa selbst.

Wie kommen die Briten raus?

Artikel 50 des Vertrags von Lissabon besagt: ein Land die EU auch wieder verlassen. „Jeder Mitgliedstaat kann im Einklang mit seinen verfassungsrechtlichen Vorschriften beschließen, aus der Union auszutreten“, heißt es. Dann müssen die Beziehungen neu geregelt werden. Gelingt das binnen zwei Jahren nicht, kann das Land auch ohne Abkommen austreten. Ein Ausscheiden eines der 28 Mitgliedsländer aus der EU wäre ein bislang einmaliger Vorgang.

Wie lange wird es dauern?

Eine Neuordnung der britischen Beziehungen zur Europäischen Union nach einem EU-Austritt würde nach Einschätzung des EU-Ratspräsidenten Donald Tusk sieben Jahre dauern. Alleine eine Auflösung aller vertraglichen Verbindungen würde zwei Jahre in Anspruch nehmen, sagte der Pole der „Bild“-Zeitung. Jedes einzelne der dann 27 EU-Mitgliedsländer sowie das Europäische Parlament müssten dann einer ausgehandelten Neuordnung zustimmen. „Das wird mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen, und ich fürchte, ohne jede Erfolgsgarantie“, sagte Tusk.

Folgen andere EU-Staaten jetzt auch?

Das ist die große Befürchtung in Brüssel. „Ich kann nicht ausschließen, dass der britische Austritt Lust auf mehr machen würde in anderen Ländern“, räumte jüngst EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ein. „Bloomberg“ hat eine Umfrage des Pew Research Center analysiert, sortiert nach dem jeweiligen Maß der EU-Unterstützung aus der Bevölkerung. Demnach liegt die Zustimmung auch in Spanien nur bei 40 bis 50 Prozent, in Frankreich sogar nur bei 30 bis 40 Prozent.

Brexit und die Folgen für die Wirtschaft?

Ein britischer EU-Austritt hätte nach Einschätzung von Wissenschaftlern und Wirtschaftslenkern gravierende Konsequenzen für ganz Europa – weitere Risiken nicht inbegriffen. Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, sieht drohende unmittelbare Folgen wie schwächeres Wachstum und weniger Handel. Bei einem Austritt Londons seien bereits steigende Kreditzinsen absehbar, die Investitionen bremsten. „Dazu kämen Turbulenzen auf den Finanzmärkten.“ Das britische Pfund würde – wie wahrscheinlich der Euro – an Wert verlieren.

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